Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Who is Gruppe Freital

Wir sind Teil der Nebenklage im Prozess vor dem OLG Dresden gegen die sogenannte „Gruppe Freital“, welcher am 7. März 2017 begonnen hat. Informationen, Hintergründe und Analysen zum Prozess am OLG Dresden aus Sicht der Nebenklage findet ihr www.freitalprozess.info.

Küfa im März

Samstag, den 4.3. ab 19 Uhr gibt’s wieder eine vegane und dekadente KÜFA im Hinterhaus der Mangelwirtschaft!

Klotzen statt kleckern: arabischer Eintopf á la Tino Heim aus Spinat, Kichererbsen und Pilzen – dazu Gemüsecouscous, Fladenbrote und schmackofatzige Aufstriche!

20.30 Uhr tischen wir euch ein Radiofeature zu Rape Culture auf. Diese schwer verdauliche Kost wird abgerundet durch putzige Tierbabyvideos. Als Nachtisch gibt es 22 Uhr eine prickelnde Lovestory! Das Radiofeature „Kapitalismus und Geschlecht“ von e*skunks. Zwischendurch wird dieser geschmacklich und politisch intensive Abend von HipHop, Lagerfeuer und Sauna (Bitte eigenes Handtuch mitbringen!) vervollständigt.

Kommt gern vorbei, esst, hört zu, diskutiert, schwitzt und tanzt mit uns!

Küfa März

Küfa im Februar

K�¼fa Einladung Februar 2

Gemeinsame Stellungnahme Dresdener Hausprojekte – Stadtrat verhindert soziokulturelles Wohnprojekt Elixir

Dresdener Stadtrat stimmt für den Verkauf der Königsbrücker 117a/119 an privaten Investor und gegen das Engagement Dresdener Bürger*innen und
Geflüchteter

Der Verein Elixir Dresden e.V. kann keinen interkulturellen Wohnraum für 150 Personen schaffen. Geplant war es, die seit über 10 Jahren leer stehende ehemalige Arbeitsanstalt in Erbpacht von der Stadt zu erwerben und ein Experimentierraum für das Zusammenleben und -arbeiten von Dresdner*innen und Geflüchteten unabhängig von Sprache, Religion, Herkunft und finanzieller Ausstattung zu schaffen. Wir finden: Ein solcher Raum ist für die von Vorurteilen stark gespaltene Dresdener Stadtgesellschaft dringend nötig!

Wir Dresdener Hausprojekte, welche bereits alternative Formen des gemeinschaftlichen Wohnens leben, und bereits bezahlbaren Wohnraum für über 80 Menschen geschaffen haben, sind schwer enttäuscht und wütend, wie die Dresdener Politik mit dem Engagement ihrer Bewohner*innen umgeht. Es ist ein demotivierendes Signal an all diejenigen, die bereit sind, fern vom rückwärtsgewandten Populismus oder dem allesbeherrschenden Neoliberalismus, innovative, neue und mutige Ideen in dieser Stadt zu verwirklichen. Es ist ein starkes Zeichen für das Misstrauen der Dresdener Politik in das bürgerschaftliche Engagement der Dresdner*innen. Die Stadtspitze muss sich fragen lassen, wie ernst die großmundigen Bekenntnisse zu Weltoffenheit und Integration auf den medienwirksamen Großevents wirklich gemeint sind, wenn gleichzeitig konkrete bürgerschaftliche Initiativen boykottiert werden. Ein Aufruf zu mutigem Handeln in unserer Gesellschaft verpufft, wenn wieder einmal die Stadtentwicklung meistbietend privaten Investor*innen überlassen wird. Die Chance und dringende Notwendigkeit interkultureller Begegnungsstätten und eines sozial nachhaltigen Wohnungsbaus werden ignoriert und wie schon mit dem Verkauf der Woba einem schnellen Gewinn geopfert – und dies abermals mit Stimmen der SPD.

Die Entscheidung ist eine Absage an zivilgesellschaftliches Engagement und an all diejenigen Einwohner*innen Dresdens, die aktiv ihre Stadt mitgestalten wollen.

Unterzeichnende Hausprojekte:

2n40
Betriebsküche Friedrichstadt
KoKo3
Mangelwirtschaft
RM16

PM Elixir

Pressemitteilung zur Anklageerhebung

Dresden, den 7.11.2016

PM: Anklageerhebung gegen die „Gruppe Freital“ steht unmittelbar bevor

Heute berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die Bundesanwaltschaft die Anklageschrift gegen die „Gruppe Freital“ wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung nach Paragraph 129a StGB verschickt hat. Die Anklageerhebung wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die aus der Bürgerwehr FTL / 360 entstandene Gruppe soll verschiedene Angriffe gegen Geflüchtete und deren Unterstützer*innen begangen haben.

Die Bewohner_innen des Hausprojektes Mangelwirtschaft in Dresden, ebenfalls Opfer der „Gruppe Freital“, beabsichtigen in die Nebenklage zu gehen, um den Prozess kritisch zu begleiten. Die Pressesprecherin des Hausprojektes Judith Seifert erklärt: „Wir möchten, dass die Zusammenhänge zwischen der Gruppe Freital und den rassistischen Bürgerprotesten in Freital und Übigau aufgeklärt werden.“ Denn es sei wichtig, so Seifert weiter, „Rassissmus als ein gesamtgesellschaftliches Problem zu erkennen und nicht bei der Verfolgung einzelner Terrorist_innen zu verharren. Dass rassistischer Hetze nicht immer und überall widersprochen wird, sondern diese im Gegenteil als legitime Meinung besorgter Bürger_innen vor allem in Dresden lange Zeit hofiert und damit salonfähig gemacht wurde, macht Taten wie die der Gruppe Freital erst möglich und ist somit nicht nur Teil des Problems, sondern dessen Ursache.“

Das Hausprojekt Mangelwirtschaft wurde in der Nacht zum ersten Geburtstag von Pegida, dem 19. Oktober letzten Jahres, von der „Gruppe Freital“ angegriffen. Laut eines veröffentlichten Gerichtbeschlusses des BGH [1] hielten sich Mitglieder der Freitaler Gruppe bereits ab 20 Uhr in Übigau an einer rassistischen Blockade gegen den Bezug einer Turnhalle als Flüchtlingsunterkunft auf. Gegen Mitternacht griffen sie gemeinsam mit Nazis aus Dresden das Hausprojekt Mangelwirtschaft von zwei Seiten an und bewarfen es mit Buttersäure, Pyrotechnik und Steinen. Zudem wird die „Gruppe Freital“ beschuldigt, mehrere Sprengstoffanschläge auf Unterkünfte von Geflüchteten in Freital verübt zu haben.

„Die Auseinandersetzung mit Rassismus in der Gesellschaft darf nicht ausschließlich im Gerichtssaal erfolgen“, gibt Seifert zu bedenken. „Zwar ist eine konsequente Strafverfolgung wichtig, kann jedoch die Ursachen des Rassismus nicht beseitigen. Vielmehr muss rassistische Äußerungen und Übergriffen im Alltag von couragierte Bürger_innen entgegengetreten werden. Hierfür ist es wichtig, dass die Regierungen von Dresden und Sachsen sich offen solidarisch mit Initiativen und Institutionen erklären, die sich, teilweise bereits seit Jahren, gegen Rassismus und nazisitsche Strukturen engagieren. Anstatt sich wie bisher darauf zu beschränken den Dialog mit rassistischen Bürger_innen zu suchen.

Das seit 2014 bestehende Hausprojekt Mangelwirtschaft im Dresdner Stadtteil Übigau ist Teil des Mietshäuser-Syndikats. Neben selbstverwaltetem Wohnraum bietet es Räumlichkeiten für politisches und soziales Engagement. Die Unterstützung von Geflüchteten war von Beginn an ein wichtiger Aspekt der Aktivitäten in der Mangelwirtschaft.

[1] http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/2/16/ak-28-16.php?referer=db